Grobe Fahrlässigkeit in der Sachversicherung

Kleine Missgeschicke können aus juristischer Sicht sehr schnell zur groben Fahrlässigkeit werden: Wer einfachste, naheliegende Überlegungen nicht anstellt oder Maßnahmen nicht ergreift, die jedermann einleuchten müssen, handelt grob fahrlässig und bekommt keinen Ersatz.

Wie schnell…

…vergisst man die Pfanne mit heißem Fett auf dem Herd und wird abgelenkt.

…wird eine vermeintlich abgekühlte Zigarettenasche im Müll entsorgt, bevor man aus dem Haus geht.

…vergisst man in der Hektik des bevorstehenden Urlaubes den Hauptwasserhahn zuzudrehen.

…kann sich der Ablauf einer Waschmaschine selbstständig machen und die Wohnung unter Wasser setzen, weil er nur provisorisch im Waschbecken lag, anstatt fest verbunden mit dem Abwasserrohr an der Wand befestigt zu sein.

Um genau das zu vermeiden, bietet die Vorarlberger Landes-Versicherung V.a.G. (VLV) ihren Kunden, die Möglichkeit sich dagegen zu versichern. Unser Ziel ist es, dass wir Sie im Schadensfall nicht mit solchen Fragen belasten wollen, sondern Ihnen schnelle Hilfe leisten wollen. Daher bieten wir den Einschluss dieser groben Fahrlässigkeit in der Eigenheim- und Haushaltsversicherung an. Somit haben Sie die Sicherheit, dass derartige Schäden – unabhängig von der Rechtslage – bezahlt werden.

Folder Grobe Fahrlässigkeit

Was ist „Grobe Fahrlässigkeit“?

Das grob fahrlässige Verhalten des Versicherungsnehmers, das zum Schadenfall führt, kann gemäß § 61 Versicherungsvertragsgesetz (VersVG) zur Leistungsfreiheit des Versicherers führen. „Grobe Fahrlässigkeit“ liegt vor, wenn Sorgfaltspflichten in besonders grobem Maße missachtet worden sind. Die Sorgfaltspflicht beurteilt sich im Zivilrecht anhand eines objektiv-abstrakten Maßstabs. Deshalb ist eine pauschale Beurteilung vorab schwierig. Ob eine „Grobe Fahrlässigkeit“ tatsächlich vorliegt, ist im Einzelfall von vielen Faktoren abhängig.

Warum unser Angebot zum Einschluss der „Groben Fahrlässigkeit“?

Die „Grobe Fahrlässigkeit“ wurde in den letzten Jahren zunehmend Thema in der Versicherungswirtschaft, da einige Versicherer – bestärkt durch entsprechende OGH-Urteile – im Schadenfall auf die „Grobe Fahrlässigkeit“ verwiesen haben. Die Konsequenz war, dass in einzelnen Fällen keine Leistung durch den Versicherer erfolgte. Die Reaktion war, dass betroffene Versicherungsnehmer, der Konsumentenschutz und sonstige Interessenvertretungen den Einschluss der „Groben Fahrlässigkeit“ gefordert haben.

 Wir haben diesem Bedarf Rechnung getragen. Als erster Versicherer in Österreich haben wir uns entschlossen, die „Grobe Fahrlässigkeit“ bei Eigenheim- und Haushaltsversicherungen in vollem Umfang der Versicherungssumme anzubieten. Weshalb? Obwohl die VLV selbst von der bisherigen vertragsrechtlichen Möglichkeit grundsätzlich keinen Gebrauch gemacht hat, berücksichtigen wir das geänderte Marktumfeld und wollen unseren Kunden den Einschluss der „Groben Fahrlässigkeit“ in ihre Versicherungsverträge vertragsrechtlich ermöglichen und somit die Leistung im Schadenfall garantieren.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob die grobe Fahrlässigkeit bereits in Ihrem Versicherungsvertrag inkludiert ist, steht Ihnen Ihr Versicherungs- und Vorsorgeberatung gerne zur Verfügung.

Kundenservice
+43 5574/412-0 vlv@vlv.at

Online Schadenmeldung